Von und mit der Natur vor UNSERER Haustür!

Als Bio-Betrieb verwenden wir selbstverständlich:

  • KEINE Antibiotika
  • KEINE Wachstumshormone
  • KEIN Kraftfutter
  • KEINE Futterzukäufe aus dem Ausland (wie z.B. Sojamehl aus Brasilien etc.)
  • KEINE Gentechnik

Keine Kreuzungen!

Wir setzen keine Kreuzungen ein, vielmehr legen wir bei der Zucht ein besonderes Augenmerk auf geringe Geburtsgewichte, was vor allem durch die gezielte Auswahl der Zuchtstiere erfolgt.

Deshalb kommen unsere Kälber nahezu ausschließlich ohne unser Zutun auf die Welt. Während der Geburt halten wir uns möglichst von den Kuh-Mammies fern um keinen zusätzlichen Stress zu verursachen.

Übrigens: das Geburtsgewicht von Kälbern hat keinen Einfluss auf Größe und Wachstum nach der Geburt!

Stichwort Tierwohl - was oft nicht gesagt wird...

Die tägliche Gewichtszunahme und somit die Größe der Tiere können bei der Mutterkuhhaltung durch Kreuzungen verschiedener Rinderrassen gesteigert werden. Es gibt Rinderrassen mit weit höheren täglichen Gewichtszunahmen und höheren Endgewichten als Galloways (Angus, Limousin, Blonde D’ Aquitaine,  Charlolais, etc.) wenn sie Kraftfutter bekommen.

Um einerseits den unvergleichlichen Geschmack des Galloway-Fleisches zu erhalten, andererseits aber mehr Fleisch in kürzerer Zeit zu "produzieren", werden oft Galloway-Mutterkühe mit den größeren oben angeführten Fleischrinderrassen gekreuzt.

Das Fleisch der Tiere aus diesen Verpaarungen wird dann oft ohne den Hinweis auf eine allfällige Einkreuzung, als Galloway-Fleisch verkauft.

Nun muss man aber wissen, dass die Größe der Kälber bei der Geburt ein wesentlicher Tierwohl-Faktor ist. Je kleiner die Kälber bei der Geburt sind, desto weniger Stress haben die Mutterkühe - vor allem Kalbinnen die zum ersten Mal kalben. Wenn nun die "kleineren" Galloway Kühe mit den größeren Fleischrinderrassen belegt werden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch die Kälber bei der Geburt groß sind und damit einerseits erheblichen Stress bei den Galloway-Mutterkühen und andererseits Geburtskomplikationen auslösen.

Wie machen wir es?

2000 habe ich als Lehramts-Studentin den Betrieb von meinem Vater übernommen, war damals zugegebener Maßen ziemlich ahnungslos und habe mich sehr blauäugig in das Abenteuer „Aufbau einer Landwirtschaft“ gestürzt…

Ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich staunend und ungläubig vor den Bergen an Mist gestanden bin die ich in der Wintersaison täglich wegräumen musste. Mittlerweile weiß ich auch, dass 40 Rinder, wenn sie von einer einzigen Person „serviciert“ werden, das Fitnessstudio locker ersetzen.

Betonraspel und Firsthobel…

In der Zeit seit 2001 habe ich auch unser Wohnhaus neu errichtet und die Wirtschaftsgebäude renoviert und ausgebaut. Während dieser Lehr- und Lernzeit als „Bauherrin“ habe ich dank der Hilfe einer großen Schar an Freunden auch gelernt, dass es weder eine Betonraspel noch einen Firsthobel gibt… sei’s drum – auch diese Zeit möchte ich keinesfalls missen!

Verena!

2009 war dann das Jahr des persönlichen Umbruchs. Meine Tochter Verena erblickte das Licht der Welt und mir wurde schlagartig bewusst, dass es wichtigeres als Rinder gibt… Natürlich verlangte meine Tochter meine ungeteilte Aufmerksamkeit und trotzdem galt es auch meine Rinder nicht zu vernachlässigen. Im Rückblick war dies eine harte Zeit aber dafür ist mir gewiss, dass Verena’s Allergieprädisposition aufgrund ihrer notgedungenen Anwesenheit im Stall von jüngsten Kindheitsbeinen an außerordentlich gering ist.

Jetzt und Heute

Nach knapp 16 Jahren Aufbauarbeit habe ich einen passabel laufenden Betrieb und bin auch für meine Tochter Verena immer da. Und wenn ich dann ein auf der Weide frisch geborenes Kalb einige Stunden suchen muss, weil es ganz einfach „ausgebüchst“ ist – dann hilft mir meine über die Jahre gewonnene Erfahrung und Routine einen solchen Vorfall lediglich als „Schatzsuche“ abzutun…

Fun und "agile" Mobility

Wer kennt das nicht? Man sieht etwas Besonderes das einem die Arbeit erleichtert und vielleicht auch noch Spaß machen könnte und weiß: "Das muss ich haben...". So ist es uns damals vor zwei Jahren beim "kleinen" Einstieg in die die e-Mobility ergangen.

Mittlerweile wollen wir unsere elektrischen Ein- und Zweiräder nicht mehr missen - aber schaut euch das doch selbst an....

 

Die Arbeit

Annähernd 50 Galloway Rinder in biologischer Haltung bedeuten viel Handarbeit. Gabel, Rechen, Schubkarre, Motormäher und Lademulde sind meine ständigen Begleiter die mir einerseits helfen meine tägliche Arbeit zu erledigen und mich andererseits top fit halten.

Saisonale Arbeiten

Mein Arbeitstag ist von der Jahreszeit bestimmt.
Von April bis November ist Weidearbeit angesagt. Im Frühjahr müssen die Weiden instand gesetzt werden, Weidezäune müssen errichtet und abgebaut werden (Stromschläge inklusive). Die abgegrasten Weiden müssen gemulcht und den Tieren muss Trinkwasser zur Verfügung gestellt werden. Bei längeren Regenperioden muss ich meine Tiere in die Ställe verfrachten. Der obligatorische Futterausfall durch die Beweidung (welcher bis zu 30% im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft ausmachen kann) muss durch geschicktes Weidemanagement so gering wie möglich gehalten werden.

Müssen meine Tiere die Weiden wechseln, so kann es einfach ein „Spaziergang“ von einer Straßenseite zur anderen sein oder ich muss die Tiere mit dem Viehtransporter von einer Weide zur nächsten bringen. Was sich mitunter zu einer mehrstündigen tierpsychologischen Therapiesitzung auswachsen kann wenn unerfahrene Jungkälber mit von der Partie sind…


 

Von Spätfrühling bis Frühherbst...

ist darüber hinaus Heu- und Silageernte angesagt. Das bedeutet, dass ich meine Bräune nicht wie andere im Schwimmbad sondern auf meinen Weiden erwerbe. Der Klimawandel bringt mir eine neue Herausforderung – denn für die Heuernte brauche ich zumindest drei Tage durchgehend schönes Wetter und solche Zeitfenster sind in den letzten Jahren rar geworden.

Auch wenn die Wettervorhersagen immer besser geworden sind – Heu- und Silageernte haben mir schon so manche schlaflose Nacht bereitet. Im Ausgleich dafür bereiten mir die Ernteeinsätze entspannende 14 bis 16 Stunden auf dem Traktor.

Wenn dann allerdings die ca. 400 Großballen Heu, Silage und Einstreu, die ich für den Winter benötige unter Dach und Fach sind, dann bin ich auch etwas stolz. Allerdings steht dann wegen Platznot mein Ferdl (20 Jahre alter Traktor mit Allrad und Frontlader) im Freien…

Showdown im Herbst...

Bevor meine Weiden nicht mehr abtrocknen, muss dann noch im Herbst der Mist (der einzige Dünger für meine Weiden) ausgebracht werden – was zwei bis drei Tage vollen Einsatz mit schwerem (gemietetem) Gerät bedeutet und die Gewissheit verschafft, dass auch nächstes Jahr das Gras wieder gut wachsen wird…